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Die Dummheit

Erika Mann
Langue: allemand




Ich bin die Dummheit, hört mein Lied
und nehmt es nicht zu leicht.
Nichts gibt’s, soweit das Auge sieht
das mir an Dummheit gleicht.
Der Schnee ist weiß, das Meer ist tief,
ich aber, ich bin dumm,
der Teufel, der mich einstens rief,
der wusste wohl warum.
Die Menschlichkeit fürchtet den Verstand
sprach Satanas zu mir
Dich hat noch keiner recht erkannt,
mein liebstes Mordgetier.
Ja, um Gotteswillen, bin ich dumm!

Der Leute Hirn verklebe ich,
ich nag’ an der Substanz.
Von ihren Stumüfsinn lebe ich,
es ist ein toller Tanz.
Besonders bin ich eingestellt,
auf Herren, die regier′n.
Und die auf dieser ganzen Welt
mich freudig akzeptier’n.
die Herren tun alles, was ich will
in blut′ger Narretei.
Und ihre Völker halten still.
Denn ich bin stets dabei.
Ja, um Gotteswillen, bin ich dumm!

Am Ende steht der Untergang,
den ich herbeigeführt.
Passt auf, es dauert nicht mehr lang,
und dann ist es passiert.
Was sagt ihr? Nein? Ihr kennt mich jetzt?
Ich selbst hätt’ es vollbracht?
Ihr meidet und benennt mich jetzt?
Was hab ich bloß gemacht…?!
Wär’s möglich, dass…? Pfui, die Vernunft!
Welch tödlich sanftes Licht.
Schon bin ich ohne Unterkunft,
weh, ich begreif es nicht…
Ja, um Gotteswillen, war ich dumm.



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