Language   

Kälte

Erika Mann
Language: German



In Winterkälte ward ein Jahr geboren, –
Es ist so zart, – seid sorgsam mit dem Kind!
Man hat der Jahr manches schon verloren,
Und heutzutage geht ein scharfer Wind.

Der Schnee ist bläulich in der dünnen Kälte, –
Die kleinen Bäume frieren arm und kahl;
Zwei Raben kreisen hungrig über’m Felde, –
Ein Bauer stapft daher, wie Rübezahl.

Warum ist es so kalt?
Warum tut Kälte weh!
Warum? Die Welt wird bald
Wie lauter Eis und Schnee!

Kalt ist die Welt, – sie macht sich nichts zu wissen,
Von dem und jenem, was es leider gibt.
Gleichgültigkeit, dies kühlste Ruhekissen,
Ist sehr gefragt und allgemein beliebt.

Warum sind wir so kalt?
Warum, – das tut doch weh!
Warum? Wir werden bald
Wie lauter Eis und Schnee!

Beteiligt Euch, – es geht um Eure Erde!
Und Ihr allein, Ihr habt die ganze Macht!
Seht zu, dass es ein wenig wärmer werde
In unserer schlimmen, kalten Winternacht!

Die ist erfüllt von lauter kaltem Grauen, –
Solange wir ihm nicht zuleibe gehn;
Wehrt Euch und kämpft, – und dann lasst uns doch schauen,
Ob die Gespenster diesen Kampf bestehen!

Bestehn? Ich glaub’ es nicht!
Die Sonne siegt zum Schluss!
Warum? Weil solches Licht
Am Ende siegen muss!


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